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Alles vergeht.
Vielleicht überleben die Autos.
Oder der Stacheldraht.
Hans Ulrich Treichel

Karl Witte Lyrik

Karl Witte Lyrik

ISBN 978-3-00-050621-5

Haus im Rosenhaag

Die Fahne
am hohen Mast gehißt
wenn ein Feiertag die Stille angefüllt
mit dumpfer Lust zur Klage
hatte bessere Tage schon gesehn

Die Hoffnung auf den Endsieg
lag begraben
zum Teufel war dahin

Der forsche Oberst
jetzt in Zivil und ohne Adjutant
der im Garten auf seiner morschen Liege
hinüber dämmerte
in alten Glanz
erzählte gern von großen Zeiten
und daß um Haaresbreite nur er verpaßt
die roten Streifen

Der Führer er war eben nur Gefreiter
kein Offizier gewesen
der etwas von Strategie verstand
Das mußte sich rächen
über kurz oder lang

Wie viel Wehmut stets herüber schwappte
und wie’s so faulig roch
nach blutgetränktem Sumpf
nach Schweiß und Knüppeldamm

und doch wie einer der selbst das Alphabet
noch vor sich hatte gar nicht genug bekam
davon ein Held zu sein
trotz allem ungebrochen

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(c) Karl Witte

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