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Alles vergeht.
Vielleicht überleben die Autos.
Oder der Stacheldraht.
Hans Ulrich Treichel

Karl Witte Lyrik

Karl Witte Lyrik

ISBN 978-3-00-056041-5

Wald

[pclass=wald_subtitle]Du hast die Henker gehört, die fröhlich sangen.
- Adam Zagajewski -

Er lag dir zu Füßen wuchs
             über dich hinweg
durch dich hindurch er ließ dich
   links liegen unberührt
empfing er dein suchendes Auge
  das sich in ihm verlor

Vor schneidigen Stämmen
          führte ein Ameisenhaufen
ein ums andere mal dich ins große Getümmel
  Mühsal funktionierende Kreatur
wie im Herzen der ausufernsten City

  die Ansage keine Zeit
Geschäfte im Laufschritt nur

Der Blick aus dem Fenster
     holte es immer wieder herein
das in Nacht getauchte Grün
   das den Schrei der Eule bewahrte
den durchmischten Flügelschlag
  von Taube und Elster

Auf einer Lichtung wo einst
  die Galgen der Fremdarbeiter standen
ein Rest Hase unlösbar
  ins Gedächtnis verschraubt

Gerade tritt er wieder ins Bild
und füllt es aus
mit seinen eilig eingereisten Gästen
den beutetrunkenen Würmern und Maden

Im Unterholz nistet die Stille
  wehen labyrinthisch versponne Träume
bespielen die Leere und sorgen
      für den Ansturm
fernlebiger Schatten

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(c) Karl Witte

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